FILMLANDSCHAFTEN: DOKUMENTARFILM

Die Mordakte Hrant Dink

DE 2009, 80 min.,
Die Mordakte Hrant Dink
Regie: Osman Okkan, Simone Sitte

Hrant Dink war der Herausgeber der Zeitung AGOS, die auf Armenisch und Türkisch erscheint. Er setzte sich zeit seines Lebens als wahrer Intellektueller im Kampf für Demokratie und Menschenrechte ein. Als Verfechter der Identitätsrechte der Minderheiten in der Türkei wurde er zum Symbol der Völkerverständigung.

Der türkisch-armenische Journalist Hrant Dink wurde im Januar 2007 in Istanbul auf offener Straße erschossen.

Osman Okkan und Simone Sitte behandeln in ihrem Film die Zeit vor dem Mord, die Schwierigkeit der Beziehung zwischen Armeniern und Türken und der heute nachweislichen Verbindungen der Dink-Attentäter zum „tiefen Staat“ der Türkei.

Nach der Welturaufführung des Filmes laden wir zu einer Podiumsdiskussion ein.


Vorstellungen:
 28.02.2009   17:00  |  Kino: Festsaal

Die Widerständigen

DE 2008, 92 min.,
Die Widerständigen
Regie: Katrin Seybold

Der Widerstand der Weißen Rose wird häufig nur mit den Geschwistern Scholl gleichgesetzt, doch es waren Menschen in ganz Deutschland aktiv. Sie verteilten Flugblätter, die den nationalsozialistischen Vernichtungskrieg anprangerten und zum sofortigen Sturz des Regimes aufriefen. Im Dritten Reich ein Schwerverbrechen. In diesem Dokumentarfilm erzählen Gefährten, Freunde und Geschwister, wie sie Flugblattaktionen unterstützten, und wie sie Gestapoverhöre und Volksgerichtshof überstanden. Über zehn Menschen hat Katrin Seybold aufgespürt, ihre Erinnerungen erzeugen Gänsehaut und geben gleichzeitig Mut. Einige der “Widerständigen” leben inzwischen nicht mehr, ein Umstand, der die Wichtigkeit dieses Zeitzeugnisses nur noch mehr betont.


Vorstellungen:
 08.03.2009   20:30  |  Kino: KommKino

Djangos Reise - Asül bei den Türken

DE 2007, 90 min.,
Djangos Reise - Asül bei den Türken
Regie: Elle Langer, Heike Raab

Für den ARD-Zweiteiler machte sich der deutsch-türkische Kabarettist Django Asül von Niederbayern aus in die große weite Welt: Er begibt sich auf Spurensuche, und zwar in Berlin-Kreuzberg und der Millionenmetropole Istanbul. Django Asül will wissen: Wie sieht das türkische Leben in Deutschland aus? 2,6 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln leben in der Bundesrepublik. Wie hat sich ihre Kultur hier verändert? In Istanbul will der Kabaretist erfahren, wie das „echte“ türkische Leben aussieht und stößt dabei auf eine Gesellschaft voller Gegensätze – ein Schmelztiegel aus Moderne und traditionellem Orient. In breitem niederbayerisch zieht Django Asül Bilanz auf seine unverkennbare Art und Weise, zwischen Kopftuchstreit und Kabarett.


Vorstellungen:
 08.03.2009   18:00  |  Kino: Festsaal

Heimvorteil - Moscheebau in Wertheim

DE 2008, 60 min.,
Heimvorteil - Moscheebau in Wertheim
Regie: Jan Gabriel

Schon zwei Jahrzehnte spaltet der Streit über einen Moscheebau in der baden-württembergischen Wertheim die Gemüter. An den Fronten stehen sich zwei Männer gegenüber: Herr Akbulut lebt seit über dreißig Jahren in dieser Kleinstadt und engagiert sich als Sprecher der islamischen Gemeinde für den Bau einer Moschee mit Minarett und Kuppel. Auf der anderen Seite steht Herr Schwend. Der Firmenchef gründete eine Bürgerinitiative, um den Moscheebau neben seinem Grundstück zu verhindern. Sein Kampf gegen die „Islamisierung“ geht inzwischen über die Grenzen Wertheims hinaus – und findet zahlreiche Fürsprecher. Filmemacher Jan Gabriel begleitete mit seiner Kamera zwei Jahre lang den Moscheebaukonflikt in Wertheim. Ein Film über Heimatgefühl, Ängste, Vorurteile und enttäuschte Hoffnungen.


Vorstellungen:
 01.03.2009   15:00  |  Kino: Festsaal

Ich geh jetzt rein

DE 2008, 73 min.,
Ich geh jetzt rein
Regie: Aysun Bademsoy

Vor 13 Jahren begann Filmemacherin Aysun Bademsoy eine Gruppe junger Berliner Türkinnen mit ihrer Kamera zu begleiten. „Ich geh jetzt rein“ ist nun der dritte Teil ihres Langzeitprojekts. Die sechs Mädchen wollten für immer beste Freundinnen bleiben, und nicht nur die geteilte Leidenschaft für ihr Hobby – den Fußball – hat sie fest zusammengeschweißt. Doch nun droht die Gemeinschaft zu zerfallen. Aus den Mädchen sind Frauen geworden, und jede geht nun ihren eigenen Weg, der nicht immer einfach ist. Dabei zeigen sie immer noch einen gewissen Widerstandsgeist. Was ist aus ihren Träumen geworden und welche Hoffnungen haben sie jetzt?


Vorstellungen:
 03.03.2009   19:00  |  Kino: KommKino

Menschliches Versagen

DE 2008, 99 min.,
Menschliches Versagen
Regie: Michael Verhoeven

Michael Verhoeven nimmt sich eines Themas an, dass zu lange tot geschwiegen wurde: Die Enteignung der Juden durch ganz „normale“ deutsche Bürger. Sie profitierten vom Abtransport, von der Vergasung der Menschen, drangen in Wohnungen ein und bereicherten sich am Hab und Gut ihrer jüdischen Nachbarn, vom Bankkonto bis zum letzten Hemd. Verhoeven, der sich schon in seinen Filmen „Die weiße Rose", „Das schreckliche Mädchen" und zuletzt in „Der unbekannte Soldat“ mit dem Dritten Reich auseinandersetzte, will nicht anklagen, sondern Antworten auf Fragen finden. Welche Rolle spielte die Finanzbehörde, die das gesamte Vermögen der Enteigneten verwaltete? Im Dokumentarfilm kommen Zeitzeugen zu Wort, die die Raubzüge miterlebt haben.


Vorstellungen:
 07.03.2009   15:00  |  Kino: Festsaal

Mustafa

TR 2008, 115 min.,
Mustafa
Regie: Can Dündar

Mustafa“ – eine Biografie, die in der Türkei Wellen schlägt – und zwar so hoch, dass Filmemacher Can Dünder bereits mehrere Klagen am Hals hat, und gleichzeitig riesigen Erfolg. Über zwei Millionen Kinobesucher wollten wissen: Wer war dieser Mann, der unsere Republik gegründet hat? Mustafa Kemal Atatürk – ein Befreiungskämpfer und Staatsgründer, der erste Präsident der Türkei, der ein ganzes Land reformiert hat, wird verehrt wie ein Gott. Can Dündar bricht mit diesem Personenkult. Er zeigt Atatürk als einsamen Mann in den Massen, der dem Alkohol und den Frauen zugeneigt ist. Ein gelungener Mix aus Archivmaterial und Spielszenen beschreibt das Leben Atatürks und macht aus einer starren Bronzestatue einen echten Menschen mit all seinen Facetten.


Vorstellungen:
 01.03.2009   17:00  |  Kino: Festsaal
 01.03.2009   19:30  |  Kino: Festsaal

Reich des Bösen - Fünf Leben im Iran

DE 2007, 90 min.,
Reich des Bösen - Fünf Leben im Iran
Regie: Mohammad Farokhmanesh

Denkt man an den Iran, denkt man an Präsident Ahmadineschad, Atombomben und „die Achse des Bösen“. Der gebürtige Iraner und Wahl-Hamburger Mohammad Farokhmanesh kennt ein anderes Bild seiner Heimat . In seinem Dokumentarfilm blickt er hinter den Schleier einer Gesellschaft, von der im Westen nur wenig bekannt ist. Dafür porträtiert er fünf Menschen, die in der iranischen Hauptstadt Teheran leben. Offen, kritisch und gleichzeitig hoffnungsvoll sprechen die Protagonisten über ihre Probleme, aber auch über ihre Chancen in dem „Gottesstaat“. „Reich des Bösen – Fünf Leben im Iran“ lief mit Erfolg auf einem der bedeutendsten Doku-Festivals, dem IDFA in Amsterdam, und wurde außerdem mit dem Gerd-Ruge-Preis ausgezeichnet.


Vorstellungen:
 08.03.2009   16:45  |  Kino: Festsaal

Zwischen Istanbul und Franken - Frauenvisionen

DE 2008, 45 min.,
Zwischen Istanbul und Franken - Frauenvisionen
Regie: Gülseren Suzan, Jochen Menzel

Eine Filmmatinee, die Frauen in den Mittelpunkt stellt und dabei einen Bogen von Istanbul bis in eine fränkische Dorfsynagoge spannt.
Während in dem TV-Feature „Schreiben in Istanbul“ drei bedeutende türkische Autorinnen aus drei Generationen zu Wort kommen, erzählt der Film „Rajaa’s Sehnsucht“ von der Vision einer syrischen Christin, eine fränkische Synagoge im Landkreis Erlangen zu einem Ort der Verständigung und des Friedens zwischen Religionen zu machen.
Im Anschluss findet ein Gespräch mit den Filmautoren Gülseren Suzan und Jochen Menzel sowie Dr. Rajaa Nadler statt.


Vorstellungen:
 01.03.2009   11:00  |  Kino: Festsaal